Der große Fulfillment Anbieter Vergleich in Deutschland

Martin Jezy01 September 20269 min

Deutschland ist mit rund 80 Milliarden Euro Jahresumsatz der größte E-Commerce-Markt der EU. Entsprechend viele Fulfillment Anbieter werben um deinen Shop, und die Unterschiede zwischen ihnen sind größer, als die Websites vermuten lassen.

Der wichtigste Unterschied steht selten auf der Startseite: Betreibt der Anbieter das Lager selbst, oder vermittelt er dich an einen Dritten? Daran hängen Qualitätskontrolle, Peak-Kapazität und die Frage, wen du anrufst, wenn etwas schiefgeht.

Dieser Vergleich nimmt sechs Anbieter mit Bezug zum deutschen Markt auseinander, mit geprüften Standorten, Betreibermodellen und Reichweiten. Zielgruppe sind Shops um 500 Pakete im Monat, also genau der Bereich, in dem Eigenversand keinen Sinn mehr macht und du für die großen Anbieter noch kein Prioritätskunde bist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Selbstgeführtes Lager oder Partnerlager ist das entscheidende Kriterium, nicht die Anzahl der Standorte.
  • ShipBob hat kein Lager in Deutschland und sagt das selbst. Deutsche Bestellungen laufen über die Niederlande oder Polen.
  • byrd hat sein deutsches Lagernetz von drei Standorten auf einen konsolidiert und fulfillt über einen Partnerstandort in Halle.
  • Zenfulfillment wickelt sein operatives Geschäft aus zwei FIEGE-Logistikzentren ab und ist seit 2017 über die FIEGE-Gruppe finanziert.
  • Hive hat Center in sieben Ländern, betreibt sie teils selbst, teils über operative Partner.
  • Nur zwei der sechs Anbieter betreiben in Deutschland ausschließlich eigengeführte Lager.
     

Wie dieser Vergleich entstanden ist

Alle Angaben stammen aus den Unternehmenswebsites, Impressumsdaten, Presseveröffentlichungen und Standortverzeichnissen der Anbieter, Stand September 2026. Selbstbeschreibungen aus dem Marketing der Anbieter sind bewusst nicht übernommen, sondern nur überprüfbare Struktur- und Standortangaben.

KriteriumWarum es zählt
BetreibermodellEntscheidet über Qualitätskontrolle und Peak-Kapazität
Lagerstandorte in Deutschland       Bestimmt Laufzeit und Versandkosten
DACH- und EU-ReichweiteEntscheidet, ob du beim Wachstum wechseln musst
IntegrationstiefeBestimmt, wie viel Handarbeit täglich anfällt

Preise sind nicht direkt vergleichbar, weil kein Anbieter im deutschen Markt vollständige Listenpreise veröffentlicht. Der Kostenabschnitt erklärt stattdessen die Struktur und typische Marktbandbreiten.
 

Welche Fulfillment Anbieter gibt es in Deutschland?
 

AnbieterBetreibermodellLager in DeutschlandReichweite
QuivoeigengeführtWetzlar (Hessen), Kösching (Bayern)      DACH, EU, UK, USA; GCC über Partner
byrdPartnerlagerHalle, über RadialDE, AT, FR, UK, PL
Zenfulfillment      FIEGE-Logistikzentren  zwei FIEGE-StandorteDE, EU
Hiveeigene und Partner-Center     Rangsdorf bei BerlinDE, PL, FR, IT, ES, NL, UK
LufapakeigengeführtNeuwied, UrmitzDE, UK über Muttergesellschaft
ShipBobeigengeführtkeinesNL, PL, ES, UK, USA, CA, AU


Die sechs Anbieter im Detail:


Quivo

Die Wurzeln von Quivo reichen bis 2015 zurück, das Unternehmen entstand aus dem Zusammenschluss von ANCLA und LOGSTA und hat inzwischen über 600 Mitarbeiter weltweit. In Deutschland betreibt Quivo zwei eigene Fulfillment Center: Wetzlar in Hessen (Dillfeld 22, größtes deutsches Center und Zentrale) und Kösching in Bayern (Kopernikusstraße 16, bei Ingolstadt).

Beide laufen mit eigenem Quivo-Personal, eigener Lagerverwaltung und eigener Qualitätskontrolle. Keine zugemieteten Flächen, keine Sub-Dienstleister in der Kommissionierung. Das ist der Punkt, an dem sich die sechs Anbieter am deutlichsten unterscheiden.

Wetzlar liegt rund 80 Kilometer nördlich von Frankfurt an der A45 und deckt Norden, Westen und Mitte ab. Kösching ist der Hub für Süddeutschland und die naheliegende Basis für Sendungen nach Österreich und in die Schweiz. Über 1.450 Marken nutzen dieses Fulfillment Netz.

Darüber hinaus ist Quivo in den USA, UK, Frankreich sowie Österreich mit eigenen Fulfillment Centern tätig. Zusätzlich arbeitet Quivo mit seinem Partner GWC aus Katar zusammen, um Unternehmen den Zugang zum großen Markt der Golfregion zu ermöglichen.

Der Quivo Connector bindet über 40 Shop- und ERP-Systeme an, darunter Shopify, WooCommerce, Shopware, Amazon FBM, TikTok Shop, Otto und Kaufland, mit Bestandssync in Echtzeit. Retouren laufen mit ABC-Klassifizierung und Fotodokumentation, wieder verkäufliche Ware geht automatisiert zurück in den Bestand. Alle gängigen Versanddienste wie DHL, DPD und UPS sind angebunden.

KategorieDetails
Gegründet2015
Betreibermodellselbstgeführt, eigenes Personal
Standorte DEWetzlar (Hessen), Kösching (Bayern)
Weitere Standorte      Wien, Enzersdorf an der Fischa, Paris, Taverny, Maidenhead, Pennsylvania, Katar über GWC
Integrationen40+
RetourenABC-Klassifizierung mit Fotodokumentation
Onboardingin der Regel 2 bis 4 Wochen

byrd

byrd wurde in Wien gegründet und eröffnete 2017 einen zweiten Standort in Berlin. Das europäische Netz umfasst Standorte in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und Polen.

byrd betreibt diese Lager nicht selbst, sondern arbeitet mit Logistikpartnern und stellt die Software. In Deutschland hat byrd sein Lagernetz von drei Standorten auf einen konsolidiert und wickelt das Fulfillment über den Radial-Standort in Halle ab. Die operative Ausführung liegt damit bei einem Dritten, der neben byrd noch eigene Kunden bedient.

Das Preismodell ist Pay-as-you-go. Carrier in Deutschland sind DHL, DHL Express, DPD und GLS. Als Kostenalternative bietet byrd Fulfillment aus Polen an, dann kommt jedes deutsche Paket aus dem Ausland.

KategorieDetails
HerkunftWien, zweiter Standort Berlin seit 2017
BetreibermodellPartnerlager, byrd stellt Software und WMS
Standort Deutschland   Halle, über Radial
ReichweiteDE, AT, FR, UK, PL
IntegrationenShopify, WooCommerce, Amazon, PrestaShop, Magento, API
PreismodellPay-as-you-go


Zenfulfillment

Zenfulfillment wurde 2016 in Berlin gegründet und erhielt 2017 eine Finanzierung über XPRESS Ventures, den Company Builder der FIEGE-Gruppe. Diese Verbindung prägt das Betreibermodell: Zenfulfillment wickelt sein operatives Geschäft aus zwei FIEGE-Logistikzentren ab, betreibt also keine eigenen Lager.

Im November 2024 fusionierte Zenfulfillment mit dem Münchner Software-Anbieter Alaiko. Das gemeinsame Unternehmen firmiert unter Zenfulfillment und betreut nach eigenen Angaben rund 300 Händler laut Meldung von 2024.

Die Reichweite konzentriert sich auf Deutschland. Wer nach Frankreich, Spanien oder Italien mit lokalem Bestand expandieren will, braucht dafür in der Regel einen zweiten Partner.

KategorieDetails
Gegründet2016, Fusion mit Alaiko im November 2024
HauptsitzBerlin
Betreibermodellzwei FIEGE-Logistikzentren
Standorte Deutschland   zwei, beide FIEGE
IntegrationenShopify, WooCommerce, Amazon, Marktplätze
ReichweiteDeutschland, EU


Hive

Hive Technologies sitzt in Berlin, die deutschen Fulfillment Center liegen in Rangsdorf südlich von Berlin. Das Netz erstreckt sich auf Deutschland, Polen, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und Großbritannien, betrieben teils von Hive selbst, teils über operative Partner.

Der Schwerpunkt liegt auf Software und auf D2C: Frachtbuchung, Verpackungsbeschaffung, Retouren und eine Endkunden-App laufen über dieselbe Oberfläche. Bei B2B-Abläufen berichten Nutzerbewertungen auf Capterra von mehr Reibung als im D2C-Geschäft.

KategorieDetails
HauptsitzBerlin
Betreibermodelleigene Center und operative Partner
Standort DeutschlandRangsdorf bei Berlin
ReichweiteDE, PL, FR, IT, ES, NL, UK
SchwerpunktD2C, Software, Frachtmanagement
Schwäche laut Bewertungen   B2B-Abwicklung


Lufapak

Lufapak ist seit 1998 im Geschäft. Der Standort Neuwied liegt zwischen Köln und Frankfurt mit Anbindung an drei Autobahnen, zusammen mit Urmitz stehen über 20.000 Quadratmeter Lager- und Produktionsfläche bereit. Zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 14001.

Lufapak gehört zur DK Group UK in den West Midlands, der Zugang zum britischen Markt läuft über das Schwesterunternehmen Lemonpath. Ein Mindestvolumen gibt es nicht.

Der Schwerpunkt liegt auf klassischer Lagerlogistik, B2B und Value-Added-Services wie Kitting, Lohnverpackung und Etikettierung. Lokale Bestände in weiteren EU-Ländern sind nicht Teil des Modells, und eine D2C-Software mit Echtzeit-Bestandssync in Shopsysteme ist nicht der Kern des Angebots.

KategorieDetails
Gegründet1998
Betreibermodelleigengeführt
Standorte Deutschland   Neuwied, Urmitz
ZertifizierungISO 9001, ISO 14001
SchwerpunktLagerlogistik, B2B, Kitting
ReichweiteDeutschland, UK über DK Group und Lemonpath


ShipBob

ShipBob ist eine US-Plattform mit globalem Netz. Der entscheidende Punkt für deutsche Shops steht auf ShipBobs eigener Deutschland-Seite: ShipBob betreibt derzeit kein Fulfillment Center in Deutschland. Deutsche Bestellungen werden aus nahegelegenen EU-Standorten bedient.

Das EU-Netz umfasst die Niederlande, Polen (Gorzów Wielkopolski) und Spanien, dazu Großbritannien mit Manchester, Birmingham und Wellesbourne sowie Standorte in den USA, Kanada und Australien.

Für Marken mit bestehendem US-Geschäft ist das eine Plattform statt zwei. Für einen Shop mit Schwerpunkt Deutschland bedeutet es, dass jedes Paket aus dem Ausland kommt, mit den entsprechenden Folgen für Laufzeit, Retourenweg und deutschsprachigen Support.

KategorieDetails
HauptsitzChicago, USA
Betreibermodelleigengeführt
Standort Deutschland      keiner
EU-StandorteNiederlande, Polen, Spanien
WeitereUK, USA, Kanada, Australien
Für deutsche Shopsjedes Paket kommt aus dem Ausland


Weitere Anbieter im deutschen Markt

Der Markt ist größer als sechs Namen. Je nach Volumen und Warengruppe ebenfalls relevant:

  • FIEGE Logistik, Greven, ausgelegt auf hohe Volumina
  • Arvato, Gütersloh, Großkunden-Fulfillment
  • Monta, Niederlande, seit der Übernahme Teil von DHL Supply Chain
  • Omnipack, Polen, Nearshoring mit Versand nach Deutschland
  • Huboo, Großbritannien, kein eigenes deutsches Lager
  • Everstox, Berlin, Software-Orchestrierung über fremde Lager


Was kostet ein Fulfillment Anbieter in Deutschland?

Kein Anbieter im deutschen Markt veröffentlicht vollständige Listenpreise, weil der Preis von Warengröße, Volumen und Zielländern abhängt. Vergleichbar wird es nur, wenn du dieselben fünf Blöcke bei jedem Anbieter abfragst:

KostenblockAbrechnung nachTypische Marktbandbreite
Wareneingang      Palette, Karton oder Position      30 bis 60 Euro je Palette
LagerungPalette oder Fach je Monat10 bis 30 Euro je Palettenstellplatz
Pick and Pack  Grundpreis je Bestellung1,50 bis 2,99 Euro
 je zusätzliche Position0,25 bis 0,75 Euro
VersandGewicht, Maße, Zielzone4,49 bis 8,49 Euro Inland
Retourenje Rücksendung1,99 bis 3,99 Euro

Wichtig: Das sind Orientierungswerte für den deutschen Markt, keine Angebote. Dazu kommen fast immer Verpackungsmaterial, Beilagen, Sonderhandling, Mindestumsätze und Peak-Zuschläge im vierten Quartal. Genau diese Posten entscheiden über deine tatsächlichen Kosten pro Paket.

  • Bei 500 Paketen im Monat liegt der Gesamtaufwand realistisch im mittleren vierstelligen Bereich pro Monat, Versand eingerechnet. Lass dir jede Position auf dein eigenes Bestellprofil rechnen, nicht auf eine Pauschale. Unsere Preise sind offengelegt, damit dieser Vergleich überhaupt möglich ist.
     

Selbstgeführtes Lager oder Partnerlager?

Dieser Punkt wird beim Anbietervergleich am häufigsten übersehen und schlägt im vierten Quartal am härtesten zu.

  • Beim Partnermodell stellt der Anbieter Software, Onboarding und Ansprechpartner, die eigentliche Kommissionierung macht ein Drittlager. Das skaliert schnell und bringt viele Standorte auf die Karte. Der Preis dafür: Pickgeschwindigkeit, Fehlerquote und Peak-Kapazität hängen am lokalen Dienstleister, und der hat neben dir noch andere Kunden. Zusagen zu Cut-off oder Fehlerquote gibt dann jemand weiter, der sie nicht selbst einhält.
     
  • Beim eigengeführten Lager liegen Personal, Prozesse und Qualitätsstandards beim Anbieter selbst. Das begrenzt das Tempo, mit dem neue Standorte dazukommen, macht Zusagen aber belastbar, weil derselbe Betrieb sie einhält.

Für einen Shop mit 500 Paketen im Monat ist das keine akademische Frage. In der Black-Friday-Woche entscheidet sie darüber, ob deine Pakete am selben Tag rausgehen oder hinter denen eines größeren Kunden im Drittlager warten.

Von den sechs verglichenen Anbietern betreiben in Deutschland nur Quivo und Lufapak ausschließlich eigengeführte Lager.
 

Welcher Fulfillment Anbieter passt zu deinem Online-Shop?

Es gibt keinen besten Anbieter, es gibt einen passenden. Die Zuordnung nach Profil:

Deine SituationNaheliegende Wahl
Schwerpunkt DACH, Wachstum nach EU, UK oder USA geplant      Quivo, eigene Lager in DE, AT, FR, UK, USA
Rein deutscher Markt, kein ExpansionsplanZenfulfillment oder Lufapak
Viele EU-Märkte, Bestand verteilen, Software im FokusHive oder byrd
B2B-Anteil, Kitting, Sonderverpackung, SperrgutLufapak
Bestehendes US-Geschäft, ein Dashboard für allesShipBob
Kosten wichtiger als Lagerstandort DeutschlandOmnipack oder byrd über Polen


Worauf du bei 500 Paketen pro Monat besonders achten solltest

Bei diesem Volumen bist du über den Punkt hinaus, an dem Eigenversand sinnvoll ist, und noch nicht in der Größe, in der jeder Anbieter dich priorisiert. Vier Dinge sind deshalb wichtiger als bei größeren Shops:

  1. Kein Mindestvolumen, das über deinem aktuellen Aufkommen liegt. Frag nach Mindestumsätzen pro Monat, nicht nur nach Stückpreisen.
  2. Integration statt CSV. Bei 500 Paketen fällt jede manuelle Übergabe als Arbeitszeit auf dich zurück.
  3. Wachstumspfad im selben Netz. Ein Wechsel bei 3.000 Paketen kostet dich ein Quartal. Kläre vorher, ob der Anbieter das mitgeht und mit welchen Standorten.
  4. Namentliche Referenz in deiner Größe. Nicht die Enterprise-Logos auf der Startseite, sondern ein Shop mit deinem Profil.
     

Fazit

Die sechs Anbieter unterscheiden sich weniger im Leistungsumfang als in der Struktur dahinter. Wer ausschließlich nach Deutschland verkauft, kommt mit Zenfulfillment oder Lufapak zurecht. Wer Bestand über viele EU-Märkte verteilen will, findet bei Hive und byrd die breiteren Karten, muss aber akzeptieren, dass fremde Betriebe die Pakete packen. Wer aus den USA kommt, bleibt naheliegend bei ShipBob und versendet dann kein Paket aus Deutschland.

Wer eigengeführte Lager in Deutschland will und beim Wachstum nach Österreich, Frankreich, Großbritannien oder in die USA nicht den Partner wechseln möchte, hat im Feld wenig Auswahl. Prüf das gegen deine eigenen Zahlen: Zielländerverteilung, Warengröße, Wachstumsplan.

  • Die Kriterien anbieterübergreifend findest du in unserem Überblick zum Fulfillment Dienstleister. Oder du schickst uns dein Bestellprofil und wir rechnen es durch. Melde dich jederzeit bei uns, wenn du umfangreiche Fulfillment Services benötigst oder sonstige Fragen hast!
     

Häufige Fragen

Welche Fulfillment Anbieter gibt es in Deutschland?

Zu den bekanntesten Anbietern mit Bezug zum deutschen Markt gehören Quivo, byrd, Zenfulfillment, Hive und Lufapak, dazu die Großanbieter FIEGE und Arvato sowie internationale Plattformen wie Monta, ShipBob, Huboo und Omnipack. Nicht jeder dieser Anbieter hat ein eigenes Lager in Deutschland: byrd arbeitet mit Partnerlagern, Zenfulfillment nutzt zwei FIEGE-Logistikzentren, und ShipBob betreibt in Deutschland kein Fulfillment Center.

 

Quivo betreibt zwei eigengeführte Fulfillment Center in Wetzlar und Kösching, Lufapak eigene Flächen in Neuwied und Urmitz. byrd fulfillt über einen Partnerstandort in Halle, Zenfulfillment aus zwei FIEGE-Logistikzentren, Hive über eine Mischung aus eigenen und Partner-Centern, und ShipBob hat in Deutschland kein eigenes Center. Ein eigengeführtes Lager bedeutet, dass Personal, Prozesse und Qualitätskontrolle beim Anbieter selbst liegen statt bei einem Sub-Dienstleister.

 

Es gibt keinen Anbieter, der für jeden Shop der beste ist, weil die Modelle unterschiedliche Stärken haben. Entscheidend sind drei Fragen: Wohin gehen deine Bestellungen, brauchst du lokalen Bestand in mehreren Ländern, und willst du ein eigengeführtes Lager oder ein Partnernetz. Wer nur nach Deutschland versendet, hat mehrere Optionen. Wer DACH bedient und Expansion plant, landet schnell bei der Frage, welcher Anbieter in mehreren Ländern eigene Lager betreibt, und dort wird das Feld deutlich kleiner.

 

Bei einem eigengeführten Lager liegen Personal, Prozesse und Qualitätskontrolle beim Anbieter selbst. Beim Partnermodell stellt der Anbieter Software, Onboarding und Ansprechpartner, die eigentliche Kommissionierung übernimmt ein Drittlager mit eigenen weiteren Kunden. Praktisch relevant wird der Unterschied im vierten Quartal, weil Cut-off-Zeiten, Fehlerquoten und Peak-Kapazität dann von dem Betrieb abhängen, der die Pakete tatsächlich packt, und nicht von dem, der sie zugesagt hat.

 

Nur eingeschränkt, weil kein Anbieter im deutschen Markt vollständige Listenpreise veröffentlicht und jeder anders schneidet. Vergleichbar wird es erst, wenn du bei jedem Anbieter dieselben fünf Blöcke abfragst: Wareneingang, Lagerung, Pick and Pack, Versand und Retourenbearbeitung. Zusätzlich musst du nach den Nebenposten fragen, also Verpackungsmaterial, Mindestumsätze und Peak-Zuschläge, weil ein günstiger Pick-and-Pack-Satz durch Lagerkonditionen oder Monatsminimum vollständig aufgehoben werden kann.

 

Auf vier Punkte in dieser Reihenfolge: das Betreibermodell, die Lagerstandorte im Verhältnis zu deinen tatsächlichen Zielländern, die Integrationstiefe zu deinem Shopsystem und der Wachstumspfad im selben Netz. Featurelisten helfen dabei wenig. Schick jedem Anbieter dein echtes Bestellprofil mit Zielländerverteilung, Durchschnittsgewicht, aktiven SKUs und deiner stärksten Woche, und lass genau das kalkulieren statt einer Standardpreisliste.

Quellen

» bevh und EHI Retail Institute, Jahreszahlen E-Commerce Deutschland 2025

» quivo.co/standorte, quivo.co/fulfillment-deutschland, quivo.co/ueber-uns
Info über Fulfillment Dienstleistungen

» getbyrd Webite, Standort- und Deutschlandseiten
» Radial, Pressemitteilung zur Zusammenarbeit mit byrd am Standort Halle
» FIEGE Group Newsroom, Meldung zum Zusammenschluss von Zenfulfillment und Alaiko, November 2024
» alaiko Website und Pressemitteilung zur Fusion
» hive Website, Impressum und Produktseiten, Standortdokumentation BER2 und BER3
→ Capterra Deutschland, Nutzerbewertungen
» lufapak Webseite Standort- und Leistungsseiten
» shipbob Website, Produktseite und Location Pages
» DHL Group, Pressemitteilung zur Mehrheitsbeteiligung an Monta, September 2022
» Unternehmenswebsites von FIEGE, Arvato, Omnipack, Huboo und Everstox

Bilder:

Quivo © 2026

KI wurde bei der Erstellung dieses Beitrags verwendet

Hinweis zu den Angaben: Alle Informationen in diesem Vergleich beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, überwiegend den Websites, Impressumsangaben und Pressemitteilungen der genannten Unternehmen. Stand der Recherche ist September 2026. Standorte, Betreibermodelle, Integrationen und Konditionen können sich jederzeit ändern und im Einzelfall abweichen. Die genannten Kostenbandbreiten sind unverbindliche Orientierungswerte für den deutschen Markt und stellen weder Angebote noch Preisangaben der genannten Anbieter dar. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben übernehmen wir keine Gewähr, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte direkt an den jeweiligen Anbieter.